Weißgold-Schmuck richtig pflegen: So bleiben Verlobungsringe schön

Kostbares Gold in strahlendem Platin-Weiß – das macht Weißgold zu einem der beliebtesten Ring-Materialien für Trauung und Verlobung. Dabei ist dies kein Edelmetall, was in der Natur vorkommt, sondern muss erst legiert werden: aus Feingold, Silber, Platin-Nebenmetallen wie Palladium oder Iridium, oder aber mit weniger edlen Metallen wie Chrom, Mangan und früher häufig auch Nickel. Die mit dem Gold beim Schmelzvorgang vermengten Zusätze entziehen ihm seine goldgelbe Farbe und verleihen der Weißgold-Legierung einen silbrig-grauen Metallglanz. Doch gerade bei hohem Feingoldanteil (zum Beispiel bei einer 750er-Legierung) oder bei Legierungen ohne Platin-Nebenmetalle behält das Schmuckstück häufig noch einen leicht goldenen Schimmer.

Deshalb wird es in den meisten Fällen noch durch eine Rhodium-Schicht („Rhodinierung“) veredelt, die ihm seine typische kühl-weiße Weißgold-Farbe verleiht. Diese Schicht hat die Härte von Platin, ist aber relativ dünn. Deshalb lässt es sich gerade bei Trauungs- und Verlobungsringen, die täglich getragen werden, kaum vermeiden, dass sich die Rhodinierung mit den Jahren abträgt. Doch auch Ringe, die dank ihrer hochwertigen Legierung mit Platin-Nebenmetallen keine Rhodinierung für ihre weiße Farbe brauchen, oder Schmuckstücke aus Weißgold, die bewusst ohne Rhodium-Schicht belassen wurden, können mit der Zeit Macken und Kratzer davon tragen. Um möglichst lange Freude am Schmuckstück zu haben, helfen diese Tipps:

Handhabung und Reinigung von Weißgold-Schmuck

Bei handwerklichen Tätigkeiten, Garten- oder Hausarbeit kann sich die Rhodium-Schicht leicht abnutzen und matt werden, denn Sand, Stein und (Edel-)Stahl sind härter als Platin und Gold. Deshalb sollte man den Ring dabei lieber abnehmen. Gerade bei Ringen mit Edelsteinen, Perlen oder Außengravur ist es auch sinnvoll, den Ring vor dem Händewaschen abzunehmen, um zu vermeiden, dass sich Seife in den Vertiefungen festsetzt und auf die Dauer Oberflächen und empfindlichen Besatz stumpf und matt werden lässt.

Doch kann auch der Hautschweiß einem Schmuckstück zusetzen. Deshalb ist gerade für Armbänder und Halsketten, die direkt auf der Haut getragen werden, von Zeit zu Zeit ein Reinigungsbad zu empfehlen. Dafür gibt es zum Beispiel spezielle Schmuckreiniger aus dem Fachgeschäft, doch kann man sich bei leichten Verschmutzungen auch selbst gut behelfen: Dazu legt man das Schmuckstück (falls darin keine empfindlichen oder organischen Materialien wie Perlen, Bernsteine, Opale oder Korallen eingefasst sind – Brillanten und andere klare, geschliffene Edelsteine sind in der Regel nicht sehr empfindlich gegen schwache Säuren oder Basen) zunächst in heißes Wasser mit ein paar wenigen Spritzern Spülmittel ein. Je nach Verschmutzungsgrad kann eine halbe Stunde ausreichen, oder darf die Einweichzeit auch mehrere Stunden betragen. Gerade bei Weißgold-Schmuckstücken mit schwer zugänglichen Stellen wie Fassungen, Verschlüssen und eng sitzenden Kettengliedern kann man mit einer weichen Zahnbürste und etwas Spülmittel oder Backpulver nachhelfen und das Schmuckstück vorsichtig abbürsten. Anschließend sollte es sehr gut ausgespült und getrocknet werden. In einer Goldschmiede werden gereinigte Schmuckstücke dann meistens in feinen, geheizten Sägespänen getrocknet und schwer erreichbare Stellen mit Druckluft freigeblasen, um keine unschönen Wasserflecken auf dem Schmuckstück zurückzubehalten. Zu Hause kann man sich mit einem sauberen, weichen Tuch und Wattestäbchen behelfen.

Professionelle Aufarbeitung im Fachgeschäft

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sein Schmuckstück auch zum Profi geben: Bei vielen Goldschmieden und Juwelieren gehört eine einfache, schnelle Reinigung (ohne Politur oder andere Aufarbeitung) zum Service, und ist manchmal sogar kostenlos, wenn man das Stück dort gekauft hat. Ist die Reinigung aufwändiger und die Rhodium-Beschichtung des Weißgold-Schmuckstücks bereits angegriffen oder abgetragen, kann man sie dort gleich erneuern lassen. Da Rhodium jedoch ein sehr kostbares und seltenes Material ist, ist eine neue Rhodinierung leider nicht sehr preisgünstig. Deshalb wird in den meisten Fällen vor der Neubeschichtung auch gleich eine Aufarbeitung des Schmuckstücks vorgenommen, kleine Kratzer entfernt und die Oberfläche nachpoliert oder nachmattiert. Der Aufwand lohnt sich: Anschließend sehen Verlobungsring, Collier und Co. wieder aus wie neu!

Um die Größe zu bestimmen, ist der Innendurchmesser des Rings in Millimeter relevant. Wer nicht viel Zeit zur Verfügung hat, um die Größe heimlich nachzumessen, kann mithilfe von Knete oder ähnliches einen Abdruck anfertigen und diesen abmessen oder zum Juwelier mitnehmen. Eine weitere Option ist es, den Ring selbst anzuprobieren und die Stelle zu markieren, wo der Ring gut sitzt. Ein Faden oder Papierstreifen helfen beim Abmessen des Umfangs. In jedem Fall ist es wichtig, dass der Innenumfang des Rings präzise abgelesen wird.

In etlichen Fällen existiert kein passender Ring, anhand dessen sich die Größe bestimmen lässt. Dann sind andere Messmethoden gefragt: Die Person nimmt einen Papierstreifen, der 10 cm lang ist und 5 mm breit ist, und wickelt ihn um den betreffenden Finger. Der Streifen lässt sich aufgrund seiner Länge passend zuziehen. Um die Ringgröße festzulegen, sind die Endungen zu markieren und der Streifen entsprechend mit einem Lineal abzumessen. Das Ergebnis ist der Innendurchmesser des Rings in Millimetern.

Alternativ lässt sich ein Faden verwenden, um die Größe zu bestimmen. Zudem ist es möglich, den Profi zurate zu ziehen. Ein Juwelier verfügt über präzise Hilfsmittel, die eine Ringgröße genau bestimmen können. Dazu zählen das Ringmaß, der Ringstock sowie die Ringgrößenschablone.